Nutzpflanzen in historischen Gärten


Der Butterkohl

(Brassica oleracea L. var. costata DC)

Der Butterkohl fällt vor allem durch seine goldgelbe Farbe und das gewellte Blatt auf. Er bildet lockere, längliche Köpfe und stellt eine Übergangsform vom Blattkohl zum festen Wirsingkopf dar. Damit gehen seine Ursprünge vermutlich bis ins Mittelalter zurück.

Im Vergleich zum bekannten, nah verwandten Wirsing sind die Blätter des Butterkohls weicher und schmecken milder. Da der Butterkohl blattweise geerntet werden kann, ist die Nutzung über einen langen Zeitraum möglich. Von Frühsommer bis in den Winter hinein liefert der Butterkohl die Grundlage für schmackhafte Gerichte mit den zarten Kohlblättern.
Bis 2004 war der Butterkohl nach deutschem Saatgutrecht im Samenhandel zugelassen. Da der Butterkohl für den Erwerbsanbau nicht mehr von Interesse war und ein ausschließlicher Verkauf an private Gartenbesitzer kaum lohnt, erfolgte seitens der Saatgutfirmen kein Antrag auf Neuzulassung des Butterkohls. Heute bemühen sich private Initiativen um die Erhaltung und Weitergabe des Saatgutes.
Die Aussaat erfolgt ab Ende März im Frühbeet oder an geschütztem Standort im Freiland. Kräftige Jungpflänzchen werden dann im Abstand von ca. 60 x 60 cm ins Beet gepflanzt, das gut mit Nährstoffen versorgt sein sollte. Ab Juni sollten die Blattunterseiten nach Eiern und Raupen des Kohlweißlings abgesucht werden.
Zeitig gesäter Butterkohl kann ab dem Frühsommer beerntet werden.

Kurt Grübl


Abbildungen:

Abb. 1) Ernst Benary, Album Benary, Erfurt 1876.
Digitalisat der Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin unter: http://ubsrvgoobi2.ub.tu-berlin.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:kobv:83-goobi-1144376, gemeinfrei http://creativecommons.org/publicdomain/mark/1.0/

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