Nutzpflanzen in historischen Gärten


Topinambur

(Helianthus tuberosus L.)

Topinambur ist ein Sonnenblumengewächs, das ursprünglich aus Nord- und Mittelamerika stammt und Anfang des 17. Jahrhunderts in Europa eingeführt worden ist.
Die Pflanze erhielt im deutschen Sprachraum viele weitere Namen, als Beispiele seien hier mit Jerusalemartischocke, Erdbirne, Rosskartoffel und Erdsonnenblume nur einige davon genannt.

Die Kultur von Topinambur ist einfach. Lediglich vor dem Ausbreitungsdrang der Pflanze ist zu warnen, der Pflanzort sollte daher mit Bedacht gewählt werden. Im Herbst oder im Frühjahr werden die Knollen im Abstand von 50 cm etwa 10 cm tief gelegt. Die Pflanzen erreichen bis zum Herbst eine Höhe von bis zu drei Metern. Je nach Sorte erscheinen die gelben Korbblüten zwischen August und Oktober, einige Sorten blühen jedoch in unseren Breiten nicht. Ab Ende Oktober bis Mai kann man die Knollen der Topinamburpflanzen ernten. Die Farbe der Schale variiert bei den Sorten von fast weiß bis zu violett oder rot, das Fleisch ist jedoch immer weißlich.
Verbleiben nach der Ernte immer einige Knollen im Boden, kann Topinambur am selben Standort über mehrere Jahre kultiviert werden, da die Knollen im Gegensatz zur Kartoffel Frost vertragen.

Die Knollen können roh für Salate oder gekocht zum Beispiel für Suppen und Aufläufe verwendet werden. Sie haben einen nussigen Geschmack, nach dem Garen sind sie leicht süßlich.

Kurt Grübl


Abbildungen aus: Louis Gustav Nefflen, "Die Topinambur als Stellvertreterin der kranken Kartoffel oder ihr Anbau, ihre mannichfaltige Verwendung und ihre Vorzüge als Nahrungsmittel, leicht fasslich beschrieben für den Landmann", Stuttgart 1848

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